England
1926
Mai
Die Lohnkürzungen im Bergbau führen zum größten Streik in der britischen Geschichte. Großbritannien steckt bereits in einer tiefen Depression, während die USA in den „Roaring Twenties“ boomen. (1)
London
Damit Montagu Norman das Gold in London halten kann, muss er seinen Freund Benjamin Strong in New York überreden, die Zinsen in den USA künstlich niedrig zu halten. Wären die Zinsen in den USA höher gewesen als in London, wäre das Gold massiv nach Amerika abgeflossen. (2)
Die niedrigen Zinsen der Fed in den Jahren 1925–1928 befeuern eine gigantische Aktienblase an der Wall Street. Um den britischen Goldstandard zu retten, “füttert” die Fed die Spekulationsblase, die 1929 zum Crash führen wird.
London School of Economics
Harold Laski wird Professor für politische Ökonomie und bleibt dies bis zu seinem Tod im Jahr 1950. Er ist von 1922 - 1936 im Vorstand der Fabian Society. Laski pflegt zudem eine langjährige Brieffreundschaft zu Franklin D. Roosevelt. (3) Er besucht das Weiße Haus regelmäßig und gilt in der Presse der 1930er Jahre als „inoffizieller Botschafter der Linken“. Laski ist dazu auch eng mit Felix Frankfurter befreundet und pflegt einen regen Austausch mit Adolf Berle und Rexford Tugwell. In seinen Briefen feiert Laski später den New Deal als die „amerikanische Version der fabischen Revolution“.
Auf Berle und Tugwell werden wir in einem der kommenden Artikel eingehen. (4)
Harold Laski
USA
Oktober
Norman Thomas übernimmt den Parteivorsitz der Sozialistischen Partei der USA, nachdem Gründer Eugene V. Debs verstorben war. Thomas, der durch seine bildungspolitische Arbeit in der League for Industrial Democracy (LID) und als brillanter Redner bereits bekannt ist, steigt zum unumstrittenen Sprecher und Aushängeschild der Partei auf. (5)
Es gibt eine tiefgehende ideologische und organisatorische Verbindung zur Fabian Society. Die League for Industrial Democracy (LID), die Thomas als Co-Direktor maßgeblich prägt, versteht sich in vielerlei Hinsicht als das amerikanische Äquivalent zu den britischen Fabians. Beide Organisationen setzen auf einen evolutionären, schrittweisen Übergang zum Sozialismus durch Bildung, Debatten und politische Einflussnahme statt auf eine gewaltsame Revolution. Thomas steht in regelmäßigem Austausch mit führenden Köpfen der Gesellschaft und verfolgt deren Publikationen genau, um transatlantische Brücken für reformsozialistische Ideen zu schlagen.
Viele der von ihm und seiner Partei geforderten Reformen – wie die Einführung der Sozialversicherung (Social Security), die Arbeitslosenversicherung oder öffentliche Wohnungsbauprogramme – werden schließlich von den Demokraten übernommen. Nach seiner letzten Kandidatur engagiert er sich bis ins hohe Alter leidenschaftlich in der Bürgerrechtsbewegung, für universelle Abrüstung und gegen den Vietnamkrieg.
Der persönliche und politische Nachlass von Norman Thomas wird in der Manuscripts and Archives Division der New York Public Library verwahrt. Diese umfangreiche Sammlung umfasst über 140 Archivboxen sowie Mikrofilme und dokumentiert seine allgemeine Korrespondenz von den 1920er- bis zu den 1960er-Jahren. Über die detaillierten Register (Finding Aids) der Bibliothek lässt sich der dort chronologisch und namentlich sortierte Briefwechsel mit Fabiern wie G.D.H. Cole, Clement Attlee oder Harold Laski gezielt einsehen.
Deutschland
Rockefeller Spenden an deutsche Universitäten
Universität Hamburg
In Hamburg steht die Erneuerung der Wirtschafts- und Kolonialwissenschaften sowie der empirischen Psychologie im Fokus.
1926 Erste Projektfinanzierung durch das LSRM (Laura Spelman Rockefeller Memorial) für staats- und wirtschaftswissenschaftliche Seminare.
1928 Vergabe von Sonderbudgets für die Erforschung internationaler Handelsbeziehungen und Wirtschaftsgeographie.
1931 – 1932 Vergabe von Forschungsbeihilfen (Grants-in-Aid) durch die Rockefeller Foundation an ausgewählte Hamburger Lehrstühle für soziologische und statistische Erhebungen. (alles 6)
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Die Uni erhält eine Anschubfinanzierung vom Laura Spelman Rockefeller Memorial zur Etablierung empirischer Konjunkturforschung.
1926 – 1929 Jährliche, fortlaufende Budgetzuschüsse des LSRM zur Erhebung von Welthandelsdaten und zum Ausbau der Institutsbibliothek.
1930 Nach der Fusion der Stiftungen übernimmt die Rockefeller Foundation das Programm und gewährt eine umfassende, mehrjährige Anschlussfinanzierung auf degressiver (schrittweise sinkender) Basis.
1931 – 1934 Fortlaufende jährliche Auszahlungen der RF. Selbst nach der Entlassung jüdischer und sozialdemokratischer Wissenschaftler 1933 (wie Adolf Löwe und Hans Neisser) zahlte die Stiftung das Geld bis zum regulären Vertragsende 1934 aus, da das Institut unter Interimsleiter Jens Jessen zusicherte, „objektive, unpolitische Forschung“ zu betreiben. (alles 6)
In den 1920er-Jahren konzentriert sich die amerikanische sozialwissenschaftliche Forschung auf nur 15 universitäre Zentren. Schwerpunkte sind die University of Chicago (Rockefeller) die Columbia University und die Harvard University. Eine Fakultät für Soziologie gibt es nur in Chicago, wo sie bis 1929 mit der Anthropologie zusammengelegt ist. Die Zeit zwischen 1905 und 1930 gilt als Blütezeit der „social survey“-Bewegung, in der, oft mit finanzieller Unterstützung philanthropischer Stiftungen, groß angelegte, auf Interviews, Fragebögen und statistischen Erhebungen basierende Untersuchungen mit dem Ziel praktisch verwertbarer Erkenntnisse durchgeführt werden. In den Augen der Mitarbeiter des Laura Spelman Rockefeller Memorials sind die amerikanischen Sozialwissenschaften jedoch grundsätzlich zu theoretisch ausgerichtet. Ihnen fehle die Verbindung zur Praxis und der Wille gesellschaftlich nützliches Wissen zu kreieren, lautet ein wiederholt vorgetragener Vorwurf. Eine besondere staatliche Förderung der amerikanischen Sozialwissenschaften gibt es in den 1920er-Jahren nicht, sodass die Forschungstätigkeit weitgehend von privater Finanzierung abhing. Ein perfekter Nährboden für Technokraten, die Sozialisten beauftragen, ihre gemeinsamen Vorstellungen umzusetzen.
(6)
“Das LSRM legte seinen Schwerpunkt auf die Ausbildung einer neuen Generation von Sozialwissenschaftlern durch die Einrichtung eines europäischen Stipendienprogramms. Zu der 1926 geplanten Ernennung eines dauerhaften Vertreters des LSRM in Europa kam es nicht. Auch wenn die in Europa vergebenen Beträge im Vergleich zu denen in der USA gering waren, bedeuteten sie für die geförderten Institute in den von den Kriegsfolgen geplagten europäischen Ländern einen bedeutenden finanziellen Zuschuss. “ (6)
USA, Virginia
1927
Oliver Wendell Holmes Jr. und das Urteil “Buck v. Bell” (7)
In diesem Fall bestätigt der Supreme Court mit einer 8-zu-1-Mehrheit die Rechtmäßigkeit der Zwangssterilisation von Carrie Buck, einer jungen Frau, die als “geistesschwach” eingestuft wurde.
Oliver Wendell Holmes Jr. schreibt die Mehrheitsmeinung und nutzte die folgenden Worte:
“Three generations of imbeciles are enough.”
(Drei Generationen von Schwachsinnigen sind genug.)
Holmes sieht darin keinen Akt der Grausamkeit, sondern eine vernünftige, staatliche Maßnahme zur “Verbesserung der Rasse”, ganz im Sinne des sozialen Effizienzdenkens.
Die Verfassungsrechtliche Begründung lautet:
“Das Menschenrecht des Einzelnen kann dem höheren Staatsinteresse unterworfen werden.”
Holmes ist ein guter Brieffreund von… Harold Laski, LSE.
Ist die Eugenik Thema zwischen Holmes und Laski? Absolut. Obwohl Laski später (als die Eugenik vom Nationalsozialismus entdeckt wird) vorsichtiger wird, teilen die Fabians sowie das LSE-Umfeld Holmes’ Ansichten fast uneingeschränkt.
George Bernard Shaw und Sidney Webb sind überzeugte Anhänger der Eugenik. Sie glauben, dass ein sozialistischer Staat die “Zucht” seiner Bürger kontrollieren müsse, um die Kosten für das Sozialsystem (die “Untauglichen”) zu senken.
„Der einzige fundamentale und mögliche Sozialismus ist die Sozialisierung der selektiven Zucht des Menschen.“ George Bernard Shaw
Deutschland
Rockefeller Spenden an deutsche Universitäten
Ruperto Carola Universität Heidelberg
Das LSRM bewilligt bedeutende Mittel für das InSoSta (unter der Leitung von Alfred Weber und Emil Lederer), um empirische Studien zu Arbeitsmärkten, Industriesoziologie und Klassenstrukturen zu finanzieren.
1928 – 1929 Jährliche Unterstützung für internationale Forschungsreisen und die Beschaffung von internationaler Fachliteratur.
1930 Verbriefung einer fünfjährigen Anschlussförderung durch die Rockefeller Foundation bis zum Jahr 1934.
Jährliche Tranchen fließen nach Heidelberg. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 und der sofortigen Vertreibung führender Köpfe des Instituts (wie Emil Lederer und Jakob Marschak) kollabiert das akademische Profil. Die Rockefeller Foundation friert das Programm daraufhin vorzeitig ein und zahlt die verbleibenden Mittel für 1934 nur noch stark restriktiv aus. (6)
Friedrich Wilhelms Universität Berlin
Finanzierung von Forschungsvorhaben zu Demografie und Bevölkerungsstatistik, die an staatswissenschaftliche Lehrstühle gekoppelt sind.
1929 – 1932 Fortlaufende Vergabe von Sachmitteln und Forschungsstipendien im Bereich der empirischen Wirtschaftsforschung und Kriminalsoziologie. (6)
England
1928
Hugh Gaitskell, bekannt aus Artikel 16 beginnt seine akademische Laufbahn am University College London (UCL). Zunächst als Assistent und Dozent für Wirtschaftswissenschaften. Nach seiner Rückkehr von einem Forschungsaufenthalt in Wien übernimmt er dort im Jahr 1934 die Leitung der Abteilung für politische Ökonomie. Seine Lehrtätigkeit am UCL führt er bis zum Jahr 1939 fort, in dem er in den Staatsdienst wechselt. Gaitskell speichern wir uns für kommende Artikel ab. (8)
USA
Frühling
Die Federal Reserve hebt erstmals seit längerer Zeit die Zinsen an, um die Ausdehnung der Kreditmenge einzudämmen. (9)
Zunächst erhöht die Fed den Diskontsatz schrittweise von 4,00% auf 5,00%. Im nächsten Artikel zeige ich eine weitere Anhebung auf 6,00% sowie den darauf folgenden Crash.
September
Norman Thomas (SAP) bestreitet die US-Präsidentschaftswahlen als Kandidat der Sozialistischen Partei. Dies ist die erste seiner sechs aufeinander folgenden Kampagnen für das Amt des US-Präsidenten. Als artikulierter Sprecher gewinnt er große Bewunderung für die Amerikaner der Mittelklasse. (10)
Norman Thomas
London
1. Juni
George Bernard Shaw in
“The Intelligent Woman’s Guide to Socialism and Capitalism”
“Ich habe auch ganz unmissverständlich klargemacht, dass Sozialismus Gleichheit des Einkommens oder gar nichts bedeutet und dass es Ihnen unter dem Sozialismus nicht erlaubt sein würde, arm zu sein. Sie würden zwangsweise ernährt, gekleidet, untergebracht, unterrichtet und beschäftigt werden, ob es Ihnen nun gefällt oder nicht. Wenn festgestellt werden sollte, dass Sie nicht genügend Charakter und Fleiß besitzen, um all diese Mühe wert zu sein, könnten Sie möglicherweise auf eine sanfte Art und Weise hingerichtet werden; aber solange Ihnen zu leben gestattet wäre, müssten Sie gut leben. Auch würde es Ihnen nicht erlaubt sein, eine halbe Krone pro Stunde zu haben, wenn andere Frauen nur zwei Schillinge hätten, oder sich mit zwei Schillingen zufriedenzugeben, wenn diese eine halbe Krone hätten. Soweit ich weiß, war ich der erste sozialistische Autor, dem es in den Sinn kam, dies ausdrücklich als ein notwendiges Postulat dauerhafter Zivilisation zu formulieren; aber da nichts, was wahr ist, jemals ganz neu ist, wage ich zu behaupten, dass es schon vor meiner Geburt immer und immer wieder gesagt worden war. (11 und 12)
USA
November
Edward Bernays veröffentlicht sein bis heute gültiges Standardwerk “Propaganda” (13)
Erinnern wir uns an Teil 13, Bernays war 1917 bereits Mitglied im Committee on Public Information. (Lusitania)
Bernays argumentiert in “Propaganda”, dass die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ein entscheidendes Element in einer demokratischen Gesellschaft sei. Er vertritt die Ansicht, dass eine „unsichtbare Regierung“ aus Experten und Führungspersönlichkeiten notwendig ist, um das Chaos der Massengesellschaft zu ordnen und den sozialen Zusammenhalt zu gewährleisten. Bernays beschreibt Propaganda dabei nicht als notwendigerweise böswillig, sondern als ein
neutrales wissenschaftliches Werkzeug, mit dem die „menschliche Herde“ durch psychologische Impulse gesteuert werden kann. Das Buch erläutert Techniken, wie durch die Beeinflussung von Meinungsführern und die Schaffung von künstlichen Ereignissen das Kaufverhalten und die politischen Überzeugungen der Öffentlichkeit gelenkt werden können. Er prägte dafür den Begriff „Engineering of Consent“ (Ingenieurswissenschaft des Einverständnisses), um zu verdeutlichen, dass Zustimmung in einer modernen Gesellschaft aktiv konstruiert werden muss. Letztlich legitimiert das Werk die Herrschaft einer intellektuellen Minderheit, die hinter den Kulissen die Fäden zieht, um die Richtung der Zivilisation vorzugeben.
Edward Bernays
Welche Ideengeber zitiert Bernays hier? George Bernard Shaw und Graham Wallas, die alten bekannten Namen der Fabian Society
USA
1929
6. Februar
Um kein Aufsehen zu erregen, reist der Gouverneur der Bank of England, Montagu Norman Anfang Februar unter dem Pseudonym „Professor Skinner“ per Schiff in die USA.
Am 6. Februar trifft er in Washington ein, um sich mit US-Finanzminister Andrew Mellon und hochrangigen Vertretern des Federal Reserve Boards zu beraten.
Der Grund für das Treffen ist die akute Krise des Goldstandards. Aufgrund des massiven Börsenbooms an der Wall Street fließt enorm viel Kapital und damit Gold aus Europa (besonders aus Großbritannien) in die USA ab, was das britische Pfund massiv schwächt. (14)
US Präsident Herbert Hoover über Mellon (15)
“Mr Mellon has only one formula
Liquidate labor
Liquidate Stocks
Liquidate the Farmers
Liquidate real estate”
„Mr. Mellon hat nur eine Formel:
Die Arbeiterschaft liquidieren
Die Aktienmärkte liquidieren
Die Landwirtschaft liquidieren
Die Immobilien liquidieren“
Anmerkung:
In einem in der Geldmenge begrenzten Geldsystem hätte Mr. Mellon auch berechtigte Ansprüche hervorgebracht. Ihm war jedoch nicht klar, welches Monster er mit der Federal Reserve im eigenen Land hat. Die Liquidationen, also im übertragenen Sinne “Glattstellung” der Übertreibungen des Marktes sind der richtige Ansatz, im Federal Reserve System jedoch bereits 1929 unmöglich.
auch am 6. Februar
Die Fed rät den anderen Federal Reserve Banken ihre Anteile am Aktienmarkt abzustoßen,
drückt dies selbstverständlich möglichst kryptisch aus.
“Eine Mitgliedsbank hat kein Recht auf Gelder der Zentralbank (via Rediscount), wenn sie diese nutzt, um spekulative Kredite am Aktienmarkt zu vergeben oder aufrechtzuerhalten.”
Da die Banken ihre spekulativen Wertpapierkredite (speculative security loans) nun nicht mehr durch billiges Zentralbankgeld absichern oder aufrechterhalten (maintaining) dürfen, bleibt ihnen im Grunde nur ein Ausweg, um ihre eigenen Bilanzen zu schützen. Sie müssen diese Kredite fällig stellen. Die Kreditnehmer wiederum werden dadurch gezwungen, ihre auf Pump gekauften Aktien auf den Markt zu werfen.
Das Board schiebt hier die Verantwortung elegant von sich weg: Man wolle sich zwar nicht in das private Bankgeschäft einmischen („no disposition to assume authority to interfere...“), aber man weigere sich strikt, das Casino weiterhin mit Zentralbankliquidität zu stützen („sustaining factor“).
Für den Aktienmarkt ist diese Formulierung im Februar 1929 ein unmissverständliches Warnsignal, dass die Party vorbei ist und die Liquidität systematisch entzogen wird.
8. März
Paul Warburg veröffentlicht bei einer Veranstaltung der International Acceptance Bank eine berühmt gewordene Warnung vor der „ungezügelten Spekulation“. Während die Öffentlichkeit dies als eher allgemein gehaltene Mahnung versteht, beginnen Insider aus seinem Dunstkreis bereits, ihre Portfolios umzuschichten. Warburg ist, wie wir wissen auch Partner bei Kuhn Loeb, die eine Liste von bevorzugten Kunden führen. Eine ähnliche Liste führt auch J.P. Morgan. Zusätzlich sitzt Warburg im Council on Foreign Relations und dürfte auch dort gewarnt haben.
(16 und 17)
London
auch im März
Zusammen mit H.G. Wells schreibt Julian Huxley das monumentale Werk “The Science of Life” (1929–1930), um biologisches Wissen und die Notwendigkeit sozialer Planung der breiten Masse zugänglich zu machen. (18)
USA / Deutschland
Die Rockefeller Foundation spendet $ 315.685 an das KWI (19)
Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik
Das Institut unter der Leitung von Eugen Fischer will eine disziplinenübergreifende „Leitwissenschaft vom Menschen“ entwickeln und sich bewusst von „politischen Eiferern und Dilettanten in der Rassenhygiene-Bewegung“ absetzen.
Eugen Fischer betrachtet schwarze Personen
Eugen Fischer zeigt seine Gesinnung, Bildmitte
London / Israel / Palästina
Beatrice Webb
“There is no room to swing a cat in Palestine.”
Die Webbs reisen nach Palästina, kurz nachdem dort blutige Unruhen zwischen der jüdischen und arabischen Bevölkerung ausgebrachen. Sidney Webb ist zu diesem Zeitpunkt Kolonialminister (Secretary of State for the Colonies) in der Labour-Regierung. (Übrigens verkehrte er als Lord Passfield)
Beatrice Webb nutzt diese Lage, um ihre Überzeugung auszudrücken, dass das Land bereits übervölkert und zu klein sei, um die massiven Einwanderungswellen aufzunehmen, die der Zionismus anstrebt.
Ihre Ansichten spiegeln sich im Passfield White Paper von 1930 wider.
Dieses Dokument empfiehlt, die jüdische Einwanderung aufgrund der begrenzten „Aufnahmefähigkeit“ des Landes stark einzuschränken. (20 und 21)
30. Mai
UK Wahlen
Von 49 Fabians gewinnen 47 einen Platz im Parlament. Unter ihnen Hugh Dalton, Herbert Morrison und Stafford Cripps (ein Neffe von B. Webb)
Cripps wird von 1950-1952 Präsident der Fabian Society
USA
Sommer
US-Banken beginnen, die Margin-Anforderungen für den normalen Bürger zu verschärfen, während sie ihren Vorzugskunden helfen, in sicherere Anlagen wie Staatsanleihen zu wechseln.
London
Juli
Fabian News berichtet über 8 Fabians im Kabinett und 11 Under Secretaries. Erstmals dürfen Frauen wählen. 700.000 von ihnen wählen Labour, da ihnen Arbeit für ihre Männer sowie soziale Benefits versprochen wurde. Dass sie dies mit Steuern teuer bezahlen würden, sagte ihnen im Vorfeld natürlich niemand.
Anmerkung:
Ich verabschiede mich in die Sommerpause, Montenegro ruft. Im August geht es hier direkt mit einem im wahrsten Sinne des Wortes “Kracher” weiter.
Dem großen Crash 1929
Ich danke dir sehr, dass du mich bis hierhin begleitet hast und hoffe, dass ich dir etwas Klarheit zur Geschichte verschaffen konnte, die dir im Schulunterricht niemand nahebringen würde.
Besonderer Dank gilt Leon Wankum , der dieses Thema im Podcast “Was Bitcoin bringt” erwähnte.
Quellen:
https://www.nationalarchives.gov.uk/explore-the-collection/stories/the-general-strike/
https://www.nber.org/system/files/working_papers/w11714/w11714.pdf
http://www.fdrlibrary.marist.edu/_resources/images/psf/psfa0362.pdf
https://www.ebsco.com/research-starters/history/norman-thomas
https://archives.ucl.ac.uk/CalmView/Record.aspx?src=CalmView.Catalog&id=GAITSKELL
https://fraser.stlouisfed.org/files/docs/meltzer/bogsub110130.pdf
https://www.gutenberg.org/cache/epub/75859/pg75859-images.html
https://archive.org/details/intelligentwoman00shaw/page/470/mode/2up
https://bankunderground.co.uk/2019/06/17/bitesize-the-travels-of-montagu-norman/
https://www.federalreserve.gov/newsevents/speech/bernanke20100408a.htm
https://fraser.stlouisfed.org/title/bank-quotation-record-5571/april-5-1929-553182?page=3
https://digitalcommons.sacredheart.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1110&context=his_fac
https://archive.org/details/scienceoflife03well/page/n7/mode/1up
https://www.rockefellerfoundation.org/wp-content/uploads/Annual-Report-1929-1.pdf
https://www.palquest.org/en/historictext/6716/passfield-white-paper


















